{"id":535,"date":"2026-08-25T04:45:48","date_gmt":"2026-08-25T04:45:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.raufutterverband.ch\/?p=535"},"modified":"2026-08-26T05:02:32","modified_gmt":"2026-08-26T05:02:32","slug":"aktuelle-raufutter-situation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.raufutterverband.ch\/fr\/aktuelle-raufutter-situation\/","title":{"rendered":"Raufutter Situation im August 2026"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">in der Schweiz und den umliegenden L\u00e4ndern<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ausgangslage in der Schweiz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Raufutter Situation in der Schweiz hat sich in den vergangenen Wochen deutlich zugespitzt. Nach einem guten ersten und zweiten Schnitt, hat das Wachstum vielerorts praktisch vollst\u00e4ndig aufgeh\u00f6rt. Die anhaltende Trockenheit, und die fehlenden Niederschl\u00e4ge f\u00fchren dazu, dass kaum noch nennenswerte Mengen an Raufutter nachwachsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Rindvieh wird seit mehreren Wochen zunehmend aus den vorhandenen Vorr\u00e4ten gef\u00fcttert. Gleichzeitig zeichnet sich die Tendenz zu fr\u00fcheren Alpabfahrten ab. Damit steigt der Bedarf an Winterfutter bereits jetzt deutlich an.<br>Die Nachfrage nach Raufutter ist enorm hoch. Die vorhandenen Schweizer Vorr\u00e4te reichen vielerorts nicht aus, um den zus\u00e4tzlichen Bedarf bis ins Fr\u00fchjahr zu decken. Die Landwirte m\u00fcssen deshalb die Winterf\u00fctterung bereits heute sorgf\u00e4ltig planen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Situation in den umliegenden L\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in den wichtigsten Herkunftsl\u00e4ndern f\u00fcr Raufutter ist die Situation angespannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>S\u00fcddeutschland:<\/strong><br>Im S\u00fcden Deutschlands stehen teilweise nur 30 bis 50 Prozent der normalen Ertr\u00e4ge zur Verf\u00fcgung. Aufgrund der starken Nachfrage und der bereits laufenden Beschaffung ist davon auszugehen, dass f\u00fcr die Schweiz in diesem Jahr nur rund 30 Prozent der Mengen verf\u00fcgbar sein werden, die in normalen Jahren importiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Norddeutschland:<\/strong><br>Die Ertragssituation ist etwas besser. Allerdings liegen die verf\u00fcgbaren Mengen weit entfernt von der Schweiz. Die langen Transportdistanzen erh\u00f6hen die Kosten erheblich und begrenzen gleichzeitig die verf\u00fcgbaren Transportkapazit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frankreich:<\/strong><br>Der erste und zweite Schnitt in der Luzerne- Produktion war gut. Danach haben sich die Ertr\u00e4ge jedoch deutlich verschlechtert. Die bis ca. 20 Juni abgeschlossenen Kontrakte werden zwar weiterhin erf\u00fcllt und geliefert, neue Verk\u00e4ufe sind aber kaum mehr m\u00f6glich. Der Markt ist damit weitgehend ausverkauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Italien:<\/strong><br>Italien verf\u00fcgt aktuell \u00fcber vergleichsweise gute Mengen an Luzerne und Raygrassheu. Entsprechend konzentriert sich die Nachfrage stark auf diesen Markt. In den vergangenen drei Wochen wurde Italien von den Abnehmern praktisch leergekauft. Die Lieferungen in die Schweiz dauern an, gleichzeitig sind die vorhandenen Transportkapazit\u00e4ten am Anschlag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beschaffung und Logistik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die H\u00e4ndler:innen arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, zus\u00e4tzliches Raufutter f\u00fcr die Schweizer Tierhalter:innen zu beschaffen. Nachdem die naheliegenden Beschaffungsm\u00e4rkte zunehmend ausgesch\u00f6pft sind, konzentriert sich der Handel verst\u00e4rkt auf weiter entfernte L\u00e4nder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Preise. Die l\u00e4ngeren Transportwege und die knappen Transportkapazit\u00e4ten verteuern das Futter zunehmend. Gleichzeitig verl\u00e4ngern sich die Lieferfristen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Logistik ist aktuell am Anschlag. Auch wenn Futter beschafft werden kann, bedeutet dies deshalb nicht automatisch, dass es kurzfristig in der Schweiz verf\u00fcgbar ist. Die Handelsfirmen setzen alles daran, die Lieferketten aufrechtzuerhalten und zus\u00e4tzliche Mengen zu organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Preisentwicklung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Preise f\u00fcr Raufutter sind aufgrund der ausserordentlichen Marktsituation stark angestiegen. Gegen\u00fcber normalen Jahren ist aktuell mit Preissteigerungen von rund 30 bis 40 Prozent zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist nicht nur die Verf\u00fcgbarkeit des Futters ausschlaggebend. Auch die zunehmenden Transportdistanzen, die knappen Kapazit\u00e4ten und die l\u00e4ngeren Lieferzeiten wirken sich direkt auf die Kosten aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Konsequenzen f\u00fcr die Schweizer Tierhalter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Landwirte m\u00fcssen die Winterf\u00fctterung jetzt planen und d\u00fcrfen mit der Beschaffung nicht zuwarten. Fr\u00fchzeitige Bestellungen erh\u00f6hen die Chance, ben\u00f6tigte Mengen rechtzeitig zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig m\u00fcssen alternative F\u00fctterungsstrategien gepr\u00fcft werden. Dazu geh\u00f6ren insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>eine Anpassung der Rationen;<\/li>\n\n\n\n<li>der gezielte Einsatz von qualitativ gutem Stroh;<\/li>\n\n\n\n<li>ein h\u00f6herer Einsatz von Kraftfutter, wo dies fachlich und wirtschaftlich sinnvoll ist;<\/li>\n\n\n\n<li>eine fr\u00fchzeitige Planung der verf\u00fcgbaren Futtervorr\u00e4te;<\/li>\n\n\n\n<li>eine realistische Beurteilung der Anzahl Tiere, die mit den vorhandenen Futtermengen \u00fcber den Winter gebracht werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stroh ist derzeit in guter Qualit\u00e4t verf\u00fcgbar und kann einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Raufutterversorgung leisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz dieser Massnahmen wird es nach heutiger Einsch\u00e4tzung in vielen Betrieben kaum m\u00f6glich sein, die bestehenden Rindviehbest\u00e4nde mit den verf\u00fcgbaren Futterressourcen vollst\u00e4ndig durch den Winter zu bringen. Eine Reduktion der Rindviehbest\u00e4nde um rund 15 bis 20 Prozent k\u00f6nnte deshalb notwendig werden, um die verbleibenden Tiere ausreichend zu versorgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Landwirtschaft braucht jetzt eine Perspektive<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuelle Raufutterknappheit ist f\u00fcr die Schweizer Landwirtschaft eine enorme Belastung. Die Landwirte haben nicht nur mit h\u00f6heren Futterkosten zu k\u00e4mpfen, sondern gleichzeitig mit steigenden Produktionskosten und einer unsicheren wirtschaftlichen Perspektive.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es braucht deshalb jetzt eine Reaktion des gesamten Marktes. Die zus\u00e4tzlichen Kosten und die ausserordentlichen Belastungen d\u00fcrfen nicht allein von den Produzenten getragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorbezug von Direktzahlungen kann kurzfristig helfen, reicht aber alleine nicht aus. Die Landwirte brauchen zus\u00e4tzliche Einnahmen und vor allem eine Perspektive, wie sie die kommenden Monate wirtschaftlich bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier sind auch die Abnehmer:innen und Grossh\u00e4ndler:innen von landwirtschaftlichen Produkten gefordert. In dieser ausserordentlichen Situation braucht es Fairness entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette. Die Schweizer Tierhalter:innen m\u00fcssen in die Lage versetzt werden, die h\u00f6heren Kosten zumindest teilweise \u00fcber den Markt zu kompensieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Raufuttersituation in der Schweiz und in den wichtigsten umliegenden Beschaffungsm\u00e4rkten ist angespannt und d\u00fcrfte sich in den kommenden Monaten weiter versch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die H\u00e4ndler:innen beschaffen mit Hochdruck zus\u00e4tzliche Mengen und suchen laufend nach neuen Herkunftsl\u00e4ndern. Die knappe Verf\u00fcgbarkeit, die enorme Nachfrage und die angespannte Logistik f\u00fchren jedoch zu deutlich h\u00f6heren Preisen und l\u00e4ngeren Lieferfristen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Winterf\u00fctterung muss jetzt geplant werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angepasste Rationen, ein h\u00f6herer Kraftfuttereinsatz in Zusammenhang mit Stroh in der F\u00fctterung und eine Reduktion der Tierbest\u00e4nde m\u00fcssen gepr\u00fcft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Branche steht vor einer ausserordentlichen Herausforderung. Die H\u00e4ndler leisten derzeit einen grossen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung. Gleichzeitig braucht es nun auch von Seiten der Abnehmer und Grossh\u00e4ndler ein klares Zeichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Landwirte brauchen nicht nur Futter, sondern auch eine wirtschaftliche Perspektive.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>in der Schweiz und den umliegenden L\u00e4ndern Ausgangslage in der Schweiz Die Raufutter Situation in der Schweiz hat sich in den vergangenen Wochen deutlich zugespitzt. Nach einem guten ersten und zweiten Schnitt, hat das Wachstum vielerorts praktisch vollst\u00e4ndig aufgeh\u00f6rt. 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